Archiv für die Kategorie „Generell“

Selber schuld

Mittwoch, 30. Juni 2010

… wenn du Trolle fütterst.
… wenn du das nicht verstehst.
… wenn du glaubst, was der schreibt.
… wenn ich dich  verarsche und vorführe.
… wenn du alles ernst nimmt, was ich sage.
… wenn du technisch nicht auf der Höhe bist.
… wenn du dich im Netz nicht zurecht findest.
… wenn ich deshalb in deinen Raum eindringen kann.
… wenn du nicht bist wie ich, so vollvernetzt und verpeilt.

So oder so ähnlich klingt es mir in letzter Zeit immer wieder nachhaltig in den Ohren, dieses Selber-Schuld-Netz, dessen Existenz mir – spät, aber immerhin – erst bei der letzten re:publica so richtig bewußt wurde. Diese Proll-Troll-Natur, jenseits aller Menschlichkeit und Konstruktivität, die sich keine eigenen Räume kreiert, sondern rücksichtslos fremde Räume zu fluten oder auszubrennen trachtet, je nach dem.

Es ist das Gegenteil von Netz, von Freiheit auch und Respekt, im Netz oder sonstwo, das sich darüber hinaus auch noch zum eigentlichen Netz erklärt. Oder zum Zwischennetz, zum Abschaum. Oder zu Experten, warum auch immer. Lies erstmal das, denk erstmal jenes. Und komm dann wieder und trau dich, etwas zu sagen. Dann werden wir sehen, ob  du es verstanden hast. Oder ob du unser „Opfer“ bleibst.

Schuld, jaja. Das ist das einfachste Prinzip, um Verantwortung zu vermeiden. Um die Dinge, die man anrichtet, ob nun absichtlich oder nicht, auf andere abzuwälzen. Auf die Opfer, versteht sich, die (vermeintlich) Schwächeren. Die, die nicht verstehen, die sich nicht auskennen, die sich (noch) keinen Überblick verschaffen konnten. Die, die ich zu „Opfern“ mache. Das ist der leichteste Weg, aber das sagte ich bereits. Geschwätz, Häme und Hybris helfen ebenfalls, soweit ich das erkennen kann. Neben den bereits erwähnten selbstkonstruierten Strukturen natürlich. Gedankenschranken, die niemandem kontrollfreien Zugang gewähren.

Dieses Netz ist ein Unsinnsnetz. Es tut nur weh, ohne Sinn und Zweck. Aber es wird niemals ernst und tief. Es ist nicht wichtig und kann es so auch nicht werden. Denn niemand muß sich jemals entscheiden, nicht wirklich. Alles könnte ja auch ganz anders gemeint gewesen sein, von Anfang an. Das ist der beste Trick überhaupt, der funktioniert sowieso.

Selber schuld also, wenn du das nicht verstehst. Alles schwimmt und schwappt, wohin auch immer. So geht das Spiel. Verstehst du?

Andererseits: Schwamm drüber. Auf die Art entsteht eh nix! Also, keine Gefahr.

Technikgeschwätz

Donnerstag, 21. August 2008

Jaja, die liebe Technik. Das war nun wirklich nicht meine Absicht, hier wieder und wieder über Technikkram zu referieren. Ganz im Gegenteil, das sollte mehr so am Rande behandelt werden. Nur hin und wieder mal, allerhöchstens. Also, wenn es sich absolut nicht vermeiden läßt. Genau so eben, wie ich es im wahren Leben auch damit halte.

Hat nicht geklappt, tut mir leid. Aber bei solchen Themen gibt immer eines das andere. Das ufert dann aus, beinah zwangsläufig.

Dabei bin ich bin ja nun wirklich nicht eine ausgewiesene Koryphäe auf dem Gebiet. Aus manchen Bereichen, wie zum Beispiel dem  Einbinden von Filmchen, das längst Gang und Gäbe ist, halte ich mich weitgehend heraus. Schlicht und einfach, weil ich auf das technische Rätselraten, das mir dann blüht, derzeit nicht die geringste Lust habe. Außerdem bin ich Schreiberin, da sind Bilder und Filmchen ohnehin zweitrangig.

Allgemein sollte man sich übrigens nichts vormachen lassen. Alle, ob Blogger oder nicht, die auf diesem Gebiet über Technik schwätzen, kommunizieren oft nur den eigenen Salat, in dem sie gerade herumstaken. Ganz egal auf welchem Niveau. Wieviel Wissen, Halb- oder gar Unwissen dahintersteckt, unterscheidet sich im Einzelfall erheblich. Aber, was solls. Irgendwie läßt sich alles herauskriegen. Und irgendwie weiß auch immer irgendwer ein Stückchen weiter.

Und ich finde ganz sicher bald zurück zu meinem eigentlichen Thema, dem Schreiben. Versprochen.

Korrekturen

Sonntag, 3. August 2008

Einfach genial, nach der Veröffentlichung noch Verbesserungen und sogar großflächige Veränderungen vornehmen zu können. Stimmt’s? In Blogs sind Tipfehler nahezu unerheblich, egal wie peinlich sie auch sein mögen. Man muß nicht bis zur nächsten Auflage warten, um diese auszumerzen. Das geht unmittelbar, ohne großen Aufwand, und keiner hat’s gesehen.

Stimmt nicht. RSS-Feeds und Trackbacks spielen dieses Spiel nicht mit, sie werfen stets für eine Weile die ursprüngliche Version aus. Das bleibt also erstmal so, selbst wenn der Link natürlich sofort auf die geänderte Fassung verweist. Das Original ist ja bearbeitet und unter derselben URL frisch abgespeichert. Was vorher war, existiert nicht mehr. Außer eben hier und da und dort, vielleicht. Sich darüber einen genauen Überblick zu verschaffen, ist so gut wie unmöglich.

Dementsprechend ist nicht nur auf Papier, sondern auch in Blogs eine solide Korrekturdisziplin durchaus angebracht. Insbesondere bei Überschriften und Anfängen, denn die werden immer in der ersten Version übernommen. Aber auch großflächige Bearbeitungen sollte man sich besser verkneifen. Wer weiß schon, wer in einer noch so kurzen Überarbeitungszeit nicht alles schon zum Lesen vorbeigekommen ist. Insbesondere Feed-Abonnenten sind manchmal sehr schnell. Tip- und Schreibfehler hingegen sind jederzeit zu korrigieren. Das kann letztendlich ja doch nicht so bleiben, und kleine Änderungen fallen normalerweise nicht weiter ins Gewicht.

Doch auch diese lassen sich minimieren, wenn man zunächst einmal ins Unreine schreibt, am besten in ein Textverarbeitungsprogramm und nicht gleich ins Netz. Noch besser ist es, eine Nacht warten und den Text danach ein letztes Mal durchgehen. Auf die Art kann kaum noch etwas schiefgehen.

Randbemerkung: Vor allem anderen schreibe ich mir das oben genannte hiermit selbst ins Gewissen. Ich bin die Überarbeiterin überhaupt. Immer noch und noch einmal schreibe ich um, ergänze und erweitere, auch lange nach der Veröffentlichung noch. Bis in die Überschriften hinein, da kenne ich nichts. In diesem Blog hier habe ich zum Beispiel seit gestern gleich zwei Überschriften geändert, eine davon komplett. Das soll man nicht tun, ich weiß. Es tut mir leid. Aber Überschriften sind manchmal so schwer zu finden.

Inzwischen stimmt aber alles. Denke ich. Auch mit diesem Post hier. Hoffentlich.

Ob ich diesen Text zunächst in ein Textverarbeitungsprogramm..? Öh, nö… Sorry. Ich gelobe Besserung.

Blogorthographie

Mittwoch, 23. Juli 2008

Am 1. August 2006 hat die langjährig verhandelte neue deutsche Rechtschreibung zu einem mehr oder weniger glücklichen Ende gefunden. In den Schulen wird seither verbindlich gelehrt, daß man Stengel mit ä und daß mit ss schreibt. Auch amtliche Schreiben werden in Zukunft wohl in dieser Art verfasst. Oder vielleicht verfaßt werden müssen, wer weiß das schon. Natürlich sind meine Übersetzungsprogramme längst auf dem neuesten Stand, ich habe mich – berufsbedingt – eingehend mit den Änderungen beschäftigt. Und zwar die ganze Zeit über, durch alle verschiedenen Zwischenreformen hindurch. Aber glasklar ist die Lage durchaus nicht. Besonders weitreichend kann die Verbindlichkeit der zu Recht umstrittenen Reform nicht genannt werden. Zum Beispiel ist das Erlassen von Hausorthographien durchaus üblich. Und erlaubt. Denn letztendlich kann und darf jeder so schreiben, wie er will. So war es übrigens immer schon.

Ich erlaube mir also, an dieser Stelle meine persönliche Blogorthographie einzuführen, die im Übrigen recht einfach ist. Es handelt sich um die traditionelle deutsche Rechtschreibung, bereichert um den einen oder anderen Tipfehler.